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Arnsberg hatte die Wahl – und konnte sich nicht entscheiden! Stichwahl zwischen Erb und Bittner am 18. Februar

Arnsberg ist weiter auf der Suche nach seinem Bürgermeister. Die erste Runde um das Amt hat keinen Sieger hervor gebracht: Peter Erb (von CDU und Grünen aufgestellt) und Ralf Bittner (SPD) trennten sich auf Augenhöhe mit einem Plus von 129 Stimmen für Erb. Über den weiteren Ausgang von 46,77 Prozent (Erb) zu 46,24 Prozent (Bittner) soll am 18. Februar eine Stichwahl entscheiden.

Arnsberg. Die erste Runde in der Wahl für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Arnsberg hat keine Entscheidung gebracht. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen lagen die Kandidaten Peter Erb und Ralf Bittner mit der Auszählung aller 86 Stimmbezirke nur noch 129 Stimmen auseinander. Ein Ergebnis muss jetzt die Stichwahl zwischen beiden Kandidaten ergeben. Dazu werden die Arnsberger Bürgerinnen und Bürger am Sonntag, 18. Februar, noch einmal an die Wahlurnen gerufen.

Weit mehr als Hundert Menschen waren am Sonntagabend der Einladung zur Wahlarena in das Rathaus der Stadt Arnsberg gefolgt. Auf großen Bildschirmen konnten sie die Entwicklung der Auszählung von 18 Uhr an mitverfolgen. Vertreterinnen und Vertreter der Parteien, aber auch viele interessierte Bürger sahen, wie sich die Stimmenbalken für die beiden Kandidaten immer auch gleicher Höhe bewegten.

Stimmenbalken auf gleicher Höhe

Das Ergebnis fiel schon kurz nach 19 Uhr schnell und deutlich aus: Der parteilose Peter Erb, der für CDU und Grüne in den Ring stieg, holte 46,77 Prozent (11.316 Stimmen), Ralf Bitter von der SPD 46,24 Prozent (11.187 Stimmen). Auf den Kandidaten der AfD, Emilio Peluso, entfielen 4,22 Prozent (1.022 Stimmen), die Familienpartei mit Richard Wilhelm ging mit 2,76 Prozent (668 Stimmen) aus dem Rennen. Deutlich unter den Erwartungen an diese lokale Wahl blieb jedoch auch die Wahlbeteiligung, die bei nur 39,87 Prozent lag. Im Mai 2017 wurde für den Landtag in Arnsberg mit über 63 Prozent abgestimmt.

„Wir haben bewiesen, was wir schaffen können“, kommentierte SPD-Bewerber Ralf Bittner das knappe Ergebnis der Wahl. Er glaube weiter an den Sieg und wollen in den nun noch verbleibenden zwei Wochen die Menschen von seiner Politik überzeugen. „Die Wechselstimmung ist da“, so Bittner, jetzt sei wichtig, die Stimmen dafür zu mobilisieren. Es gehe nun darum, am 18. Februar den gegebenen Vertrauensvorschuss zu rechtfertigen. Beide Lager müssten deutlich machen, wie wichtig die Wahl in zwei Wochen ist und welche Bedeutung die Wahlbeteiligung für die Demokratie hat. Ralf Bittner bekannte aber auch, dass er sogar noch mit einer noch geringeren Wahlbeteiligung gerechnet habe. „Von den Stimmen für mich bin ich alles, aber nur nicht enttäuscht“, so Bittner.

Haben erwartet knappen Zweikampf bekommen

„Wir haben den erwartet knappen Zweikampf“, beschrieb Peter Erb, der von CDU und Grünen aufgestellt wird. Die Favoriten bei der Wahl hätten sich deutlich von den anderen beiden Bewerbern um das Amt abgesetzt. So werde es in 14 Tagen noch einmal spannend. Er sei nicht enttäuscht von dem Ergebnis, so Erb weiter, aber etwas überrascht, dass man sich so auf Augenhöhe bei der Vergabe der Wählerstimmen begegnet sei. Allerdings lasse die Wahlbeteiligung doch ein ungutes Gefühl hinsichtlich des Demokratiegedankens zurück.

In den nächsten zwei Wochen bis zur Stichwahl könne und wolle man das Rad nicht neu erfinden. Für die Stadt Arnsberg wichtige Themenfelder seien bereits gesetzt worden und müssten jetzt noch einmal verstärkt zu den Menschen transportiert werden. Erb machte ferner keinen Hehl daraus, dass er mit den geringen Ergebnis für die AfD in der Stadt gut leben könne. Man habe sich von Anfang an doch die Frage stellen müssen, warum die kleinen Parteien überhaupt angetreten sind.

Diskussionsbedarf noch am Wahlabend

Unterstützer der beiden Kandidaten sahen am Wahlabend bereits kurz nach der Klarheit über den Ausgang weiteren Diskussionsbedarf. Thomas Wälter von den Grünen hätte einen deutlicheren Vorsprung für den gemeinsamen Kandidaten Peter Erb erwartet. Damit es in 14 Tagen bei der Stichwahl das gewünschte Ergebnis gibt, habe man schon am Wahlabend mit ersten Gesprächen und Vorbereitungen auf die heiße Phase der Stichwahl begonnen. Und die Wahlbeteiligung? „Dafür, dass es nur eine Bürgermeisterwahl war, ist sie doch noch hoch“, so Wälter, der weniger erwartet habe. Jetzt gelte es, die Wählerinnen und Wähler für den 18. Februar  noch einmal anzuschieben und die nötigen Stimmen zu mobilisieren.

Werner Ruhnert von den Linken, die sich zum SPD-Kandidaten Ralf Bittner bekannt hat, sieht in der Wahlbeteiligung von unter 40 Prozent das Dilemma des Wahlabends. „Die Politik der großen Parteien in Berlin hat hier keine Rolle gespielt“, so Ruhnert im Rathaus. Das geringe Interesse an der Wahl lasse die Politikverdrossenheit erkennen. Bis zur Stichwahl am 18. Februar werde man den Kandidaten Ralf Bitter weiter unterstützen und hoffe auf einen Erfolg. (Frank Albrecht)