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Boomende Wirtschaft stimmt auch Sparkassen im Kreis zufrieden – Sauerländer Geldinstitute blicken auf gutes Jahr zurück

Peter Vogt, Norbert Runde, Peter Wagner und Peter Schulte stellten jetzt gemeinsam am Hauptsitz der Sparkasse Arnsberg-Sundern in Neheim die guten Ergebnisse aus dem Vorjahr vor. Foto: Frank Albrecht

Die Sparkassen im Hochsauerlandkreis sind mit ihren Geschäften zufrieden. Dank der boomenden Wirtschaft konnten auch die Sparkassen in Arnsberg und Sundern, Meschede, Brilon und Schmallenberg ein gutes Geschäftsjahr in ihren Büchern führen. Die wirtschaftliche Lage habe den Menschen in der Region ein Sicherheitsgefühl gegeben und die Jobaussichten gestärkt.

Kreis/Neheim. „Wir stehen gut da, das ist eine ausgezeichnete Basis für die weitere Zusammenarbeit der Sparkassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Arnsberg-Sundern, Norbert Runde, zum Auftakt des Bilanzgespräches am Hauptsitz der Sparkasse in Neheim. Dort hatten sich jetzt die Chefs von vier Sparkassen aus dem Sauerland getroffen. Neben der heimischen Sparkasse Arnsberg-Sundern auch die Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hochsauerland, Peter Wagner; der Sparkasse Meschede, Peter Schulte, sowie der Stadtsparkasse Schmallenberg, Peter Vogt. Mit einer Bilanzsumme von fast 3,8 Milliarden Euro konnte das Vorjahresergebnis (2017) übertroffen werden. Die Sparkassen im Kreis hätten damit ihre Marktposition ausgebaut, hieß es.

Marktposition ausgebaut

Norbert Runde von der Sparkasse Arnsberg-Sundern hob die stabile wirtschaftliche Situation in Deutschland als einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Geschäfte der Sparkasse hervor. „Die Wirtschaft funktioniert solide und auch bei den Bürgern gibt es eine stabile Situation“, so Runde, der in acht Wochen sein Amt niederlegt und in den Ruhesstand wechselt. Eine abermals gesunkene Zahl von Arbeitslosen trage zum Sicherheitsgefühl der Bürger bei: Gehe ein Job verloren, könne angesichts des Bedarfs oft ein neuer gefunden werden. Das Finanzbarometer des Deutschen Sparkassenverbandes melde derzeit den höchsten Stand seit 15 Jahren.

Sind die finanziellen Dienstleistungen der Sparkassen auch weiter gefragt, so habe sich jedoch der Umgang der Kunden damit verändert, sagte Runde. So habe die zunehmende Digitalisierung auch das Kundenverhalten geändert. „Wir werden Kundennähe neu definieren müssen“, so Norbert Runde, den direkten Kontakt zu den Kunden der Sparkassen wolle man aber auch weiter wert schätzen. Somit sei die Zahl von 64 Geschäftsstellen für die am Bilanzgespräch beteiligten Sparkassen unverändert geblieben. Zudem werde man an 91 Plätzen im gesamten Kreisgebiet die Präsenz von Geldautomaten wahren wollen. Der derzeit heiß diskutierte Geldautomat in Arnsberg-Holzen zähle nach der Wirtschaftlichkeitsrechnung jedoch nicht dazu, so Runde. Der direkte Kundenkontakt über die vier Sparkassen im HSK werde von 684 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufrechterhalten, unter ihnen 41 Auszubildende.

41 Auszubildende

Über eine gestiegene Nachfrage nach Konsumkrediten konnte Peter Vogt von der Stadtsparkasse Schmallenberg in Neheim berichten. „Die konjunkturelle Lage hat auch unser Geschäft positiv beeinflusst“, so Vogt. Dabei habe sich die stabile Wirtschaft auch positiv auf die privaten Haushalte ausgewirkt. Die Zukunft vieler Menschen sei ohne Sorgen, der Konsum entsprechend gesteigert worden. Somit konnten die Sparkassen ein Kreditvolumen in Höhe von 71 Millionen Euro bewilligen. Das entspricht einer Steigerung von 22,3 Prozent im Vergleich zu 2017.

„Ich Hochsauerland ist der Wunsch nach einem Eigenheim weiter groß“, fügte Vogt hinzu. Allein für den privaten Wohnungsbau im Kreis seien von den Sparkassen 158,9 Millionen Euro bewilligt worden, eine Steigerung von 7,2 Prozent. Ein gestiegenes Kreditgeschäft gebe es zudem auch im Bereich der Unternehmen zu vermelden. Die Kreditbestände erreichten 2018 auf bereits hohem Niveau eine Höhe von 312,9 Millionen Euro, eine Steigerung von 7,3 Prozent. „Damit sind wir Hauptkreditgeber für die mittelständische Wirtschaft“, postulierte Peter Vogt. Besonders erfreulich in der Entwicklung sei, dass man 2018 auch 55 Existenzgründen begleiten konnte, für die Sparkassen eine wichtige Grundlage für langjährig erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. So hätten die Existenzgründer aus dem Sauerland mit ihren Firmen zudem 211 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Existenzgründungen begleitet

Peter Wagner von der Sparkasse Hochsauerland aus Brilon ließ keinen Zweifel daran, dass allgemein gute Entwicklung auch das Geschäft mit den Kundeneinlagen bei den Sparkassen positiv beeinflusst habe. Das Sparvermögen der Kunden, von denen es im Geschäftsgebiet 104.000 Privat- und 7.150 Unternehmenskunden gebe, habe zusammen mit den Wertpapieren einen neuen Rekordwert von über 200 Millionen Euro erreicht. Während ein Teil der Geldanlagen vor allem im kurzfristigen Bereich erfolge, würden rund 86 Millionen Euro in neue Bausparverträge gesteckt. Dieser weitere Rekordwert trage vor allem zur Finanzierung des Sparkassen-Kreditgeschäftes bei. Die anhaltende Zinspolitik setzt das Geschäft der Sparkassen zwar weiter unter Druck, durch die gut laufende Wirtschaft gebe es bei den Unternehmen aber keine Ausfälle und Abschreibungen. „Wir sind mit den Geschäftserwartungen zufrieden, auch wenn die Zielspanne in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel eingebrochen sei“, ergänzte Peter Schulte.

Für soziale Initiativen, Kultur, Sport, Umweltschutz und Forschung hat sich die Sparkasse auch 2018 engagiert. Peter Schulte von der Sparkasse Meschede nannten einen Betrag von 1,9 Millionen Euro, der aus Mitteln der Sparkasse in diese Bereiche geflossen sei. Erfolg gebe es für das Geldinstitut auch beim Sparkassen-Firmenlauf, der am 11. September 2019 erstmals die 2.000-Teilnehmer-Marke überschreiten soll. „Wir sind uns der Verantwortung als erfolgreiches Geldinstitut im Kreis bewusst“, so Peter Schulte.

Gute Zukunftsaussichten

Mit der Zustimmung seiner Vorstandskollegen sprach Norbert Runde von der Sparkasse Arnsberg-Neheim von guten Zukunftsaussichten für die Sparkasse. So laufen die digitalen Projekte im Hause gut. „Wir wollen aber stets sachgerecht an der Seite unserer Kunden bleiben“, so Runde. Aktuell gebe es für die Sparkasse Arnsberg-Sundern keine neuen Fusionsüberlegungen, denen man sich aber auch nicht auf Dauer widersetzen wolle. „Ich bin aber optimistisch, dass ein Fusion übermorgen klappen kann“, sagte Norbert Runde mit Blick in die nahe Zukunft. Eine wie auch immer vereinbarte Fusion werde dann aber ohne negative Folgen für die Kundennähe der Sparkassen bleiben. (Frank Albrecht)