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CDU-Ortsverband will Neheim fit für die Zukunft aufstellen – Aktives Neheim setzt auf Unterstützung durch die Politik

Neheim soll auch in Zukunft die Einkaufsstadt in der Region bleiben... So will es das Aktive Neheim und der CDU-Ortsverband Neheim. Der hatte zu einer Bürgerversammlung geladen, um die Möglichkeiten und Herausforderungen mit Fachleuten der Industrie- und Handelskammer Arnsberg zu diskutieren.

Neheim. Für den jungen Vorsitzenden der CDU Neheim, Marcel Kaiser, ist es ein wichtiges Thema mit Strahlkraft in die ganze Stadt Arnsberg: Was sind die wichtigen Weichen, die – richtig gestellt - den Stadtteil Neheim fit für die Zukunft machen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwoch eine öffentliche Bürgerversammlung des Ortsverbandes im Pfarrheim Goethestraße. Als Hauptreferenten hatte man Stephan Britten, Handelsreferent der IHK Arnsberg, eingeladen. Interessenvertreter des Aktiven Neheim diskutierten eifrig mit. 

Vor einigen Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes, viele auch aktiv in der Lokalpolitik, sowie Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils stellte Stephan Britten noch einmal die Ergebnisse der bundesweit angelegten Erhebung „Vitale Innenstädte“ vor, die von der IHK Arnsberg in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern (Aktives Neheim und Wirtschaftsförderung Arnsberg) durchgeführt wurde. Im Herbst 2016 war dazu vor allem an zahlreichen Plätzen in NRW Daten zum Einkaufsverhalten und dem Besuch in den Innenstädten gesammelt worden. 

Neheim erreichte eine glatte 2 und konnte sich gegen den Bundesdurchschnitt (2,6) gut behaupten. Frequenz und Lebendigkeit in der City, ein breites Einkaufsangebot sowie ein positives Ambiente bildeten die Grundlage für eine gute Bewertung. Deutliche Abzüge in der B-Note handelte sich der Stadtteil im Rahmen der Erhebung aber bei der Bewertung des Gastronomie- und Freizeitangebotes ein. Auch die – in der Geschichte des Stadtteils begründeten – fehlenden Sehenswürdigkeiten trübten das Gesamtbild ein wenig. 

Für den Referenten der IHK kein Grund, an den wichtigen Qualitäten des Stadtteils nach Zahlen zu zweifeln: Schließlich gaben die Befragten in der City ihrer City bei der Bewertung des Einzelhandelsangebotes nach Schulnoten eine 1,9 (Bundesdurchschnitt: 2,5). Mit mehr Sorgen schaute Britten auf die Lebensmittelversorgung in der Innenstadt. „Noch haben wir hier ein Versorgungsangebot“, so Britten, Ziel müsse es aber sein, den Lebensmittelhandel auf Dauer in der City zu halten. Neheim sei dazu eigentlich ein interessanter Standort. 

Stephan Britten ließ aber keinen Zweifel daran, dass auch Neheim bei den Herausforderungen an den lokalen Einzelhandel ganz allgemein nicht mithalten können. Kritikpunkte aus der Erhebung angehen und entsprechend der Wünsche der City-Besucher reagieren: Wie kann Neheim das Interesse am Standort auch noch über die nächsten Jahre hochhalten? Dieser speziellen Frage um das Umgehen mit den Herausforderungen widmete sich eine anschließende Diskussion, zu der Marcel Kaiser nicht nur seine Politik-Kollegen eingeladen hatte. 

Schnell war man sich einig, dass man von der Autobahnanbindung über die Innnenstadtsanierung bis zum aktiven Citymanagement viel richtig gemacht habe. Auf dem Stand, da herrschte auch Übereinstimmung, dürfe man aber nicht stehen bleiben. So konnte Herbert Scheidt, Vorsitzender des Aktiven Neheims, auch gleich erste Erfolge in der „Sache mit dem WLAN“ verkünden. Mit Anbietern einer freien Internetverbindung in der City sei man sich schon handelseinig geworden, allein die dauerhafte Finanzierung müsse jetzt noch gestemmt werden. „Wir peilen in Neheim ein Angebot an, dass auch bei verkaufsoffenen Sonntagen mit Tausenden von Besuchern noch gut funktioniert“, so Scheidt. Die Bedeutung und Notwendigkeit sei längst erkannt worden. 

„Das sind ja alles schöne Zahlen“, lobte der Neheimer Bezirksausschussvorsitzende Klaus Humpe die Ergebnisse der IHK-Erhebung, „aber zurücklehnen geht gar nicht!“ Für die CDU Neheim unterstrich er, dass die Lokalpolitik für Neheim als „unseren Ortsteil“ kämpfe. Und bei der Verwaltung im Rathaus habe man dafür auch schon Unterstützung gefunden. Sehr froh, so Humpe, könne man in Neheim über das unermüdliche Engagement von Investoren sein. Eine kleine Gruppe sei stets aktiv geworden und haben den Stadtteil mit neuen Gebäuden nach vorne gebracht. Das Engagement wirke sich auch positiv auf das Interesse am Wohnen in Neheim aus. 

In Fragen der Städtebau-Planung geht es jetzt um die Bereiche Goethestraße, Busbahnhof und Realschule. Die, so Humpe, könne im Zuge der Rathaus-Sanierung noch eine wichtige Rolle spielen. Der Sanierung der Marktpassage und der Ansiedlung eines neuen Lebensmittlers sehe man mit Zuversicht entgegen. Für die Versorgung der Menschen in der City spiele auch der Wochenmarkt eine gewichtige Rolle. „Das bringt ein Ambiente in die Stadt, wie man es sich wünscht“, sagte der Bezirksausschussvorsitzende. 

In der Diskussion der Bürger mit der Lokalpolitik waren es dann aber mal wieder die fehlenden einheitlichen Öffnungszeiten der Geschäfte. AN-Vorsitzender Scheidt erklärte, dass man den Geschäftsinhabern nur Vorschläge machen könne. Generell bleibe man an dem Thema aber dran. Wichtig ist dem Aktiven Neheim auf jeden Fall die weitere Förderung des Neheimer Wochenmarktes. „Der Markt ist ein wichtiger Bewegungsraum und bringt Frequenz in die City“, so Scheidt. Bis zum Sommer wolle die Initiative sich um eine Verlängerung der Anwesenheit bis 14 Uhr bemühen, gerne habe man die Marktstände sogar noch länger in der Stadt, bestätigte der Neheimer Citymanager Conny Buchheister. 

Für eine klare Positionierung des Stadtteils Neheim im gesamtstädtischen Kontext sprach sich auf der Bürgerversammlung erneut Peter Rottler aus dem Vorstand des Aktiven Neheims aus. Es bedürfe klarer Begrifflichkeiten, die Neheim als Einkaufsstadt auch auffindbar machten. Um ein effektiveres Stadtmarketing zu erreichen, dass auch die Einkaufsstadt Neheim berücksichtige, forderte Peter Rottler eine Filiale des Verkehrsvereins Arnsberg auch in Neheim. Ziel, so Rottler, müsse es sein, Arnsberg gesamtstädtisch zu vermarkten und dabei die einzelnen Stadtteile nach ihren Stärken entsprechend zu gewichten. Um weitere Investitionen in Neheim zu sichern, müsse Planungssicherheit geschaffen werden. 

Zum Abschluss der Versammlung machte OV-Vorsitzender Marcel Kaiser deutlich, dass die CDU Neheim in den nächsten Monaten an den Kritikpunkten zum Stadtteilteil ansetzen wolle. Neheim sei als Einkaufsstadt das Herz der ganzen Stadt, man wolle das Aktive Neheim unterstützen, seine Forderungen durchsetzen zu können. Themen, wie auch die Digitalisierung der Einkaufsstadt, müssten jetzt transparent transportiert und öffentlich zur Diskussion gestellt werden.