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„Ein großes Herz für Verbraucher!“ – Marlies Albus nach 27 Jahren aus den Diensten der Verbraucherzentrale Arnsberg verabschiedet

Nach 27 Jahren in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Arnsberg ist am Mittwoch im Kreis des politischen Beirats der VZ die langjährige Leiterin Marlies Albus verabschiedet worden. Ihr „großes Herz für Verbraucher“ ist von den Gästen des Abschieds gelobt worden. Sie habe mir ihrem Kümmern um Gerechtigkeit der Beratungsstelle in Neheim ein Gesicht gegeben. Schon seit dem 1. Januar hat die Nachfolgerin in der Leitung der Beratungsstelle auf der Burgstraße, Petra Golly“, ihr neues Amt angetreten

Neheim. Eigentlich war es ja eine der obligatorischen Sitzungen des politischen Beirates der Verbraucherzentrale Arnsberg, wie sie regelmäßig ein bis zweimal im Jahr abgehalten werden. An diesem Mittwoch, der an dem bedeutsamen 10. Januar stattfand, war es jedoch etwas Besonderes. Und alle waren gekommen, vom Kreis, von der Stadt, aus dem Rat und andere Mitglieder um noch einmal „Tschüss“ zu sagen. „Tschüss Marlies“, denn die langjährige Leiterin der Beratungsstelle in Neheim hat sich endgültig von ihrem Team und ihren Büroräumen verabschiedet.

In der versammelten Runde hatte zuerst die Regionalleiterin Helga Schuppert etwas ausgeholt und verkündet, was sich längst schon herumgesprochen hatte: Dass Marlies Albus nun geht und Petra Golly seit dem 1. Januar ihre Nachfolge im Amt der Leiterin der Beratungsstelle angetreten hat. Bevor es jedoch persönlich werden konnte, nutzte „die Neue“ die Chance, dem Beitrat von den aktuellen Tätigkeitsfeldern zu berichten. So, wie es eigentlich bei jeder normalen Sitzung der Fall ist. Und Golly erzählte von den unerwünschten Werbeanrufen, die mit Versprechungen verunsichern und derzeit stark im Kommen sind. Und von den Haustürwerbungen eines Kabeldienstleisters, der bis in den Januar hinein sein Unwesen mit den Verbrauchern getrieben hat. Und natürlich waren es auch die Fallstricke im Energierecht, dem Verstehen von komplizierten Rechnungen sowie der arbeitsintensiven Beratung von Flüchtlingen in der Stadt, die die Arbeit der VB auf der Burgstraße bestimmt haben. „Unsere Arbeit ist stets von der Übervorteilung der Verbraucher geprägt“, so Petra Golly bei einer ihrer ersten „Amtshandlungen“ vor dem Beirat.

Dann aber ergriff Regionalleiterin Helga Schuppert wieder das Wort und wandte es direkt an ihre langjährige Kollegin Marlies Albus. Und sie erzählte von 43 Arbeitsjahren im Sinne des Verbraucherschutzes, ihrem Start am 1. November 1974, einer Zeit, in der die Verbraucherberatung noch in den Kinderschuhen gesteckt habe. Bei einem Start der Beratung noch gänzlich ohne Internet sei die persönliche Auskunft besonders gefragt worden. Am 10. Januar 1991, auf den Tag genau vor 27 Jahren, habe Marlies Albus die Leitung der Beratungsstelle in Neheim übernommen. „Von da an hat sie den Stellenwert der Beratung geprägt und war das Gesicht der Beratungsstelle“, erklärte Schuppert, und die so Geehrte schluckte dazu. Ihr Einsatz für die Verbraucher und das Personal der Beratungsstelle könne wohl nur ihrem großen Herz für Angelegenheiten der Verbraucher zu verdanken sein, sagte Schuppert.

Dass sie großes Vertrauen nicht nur bei der Politik genossen habe, die sich immer wieder ihre Anregungen und Kritik anhören mussten, mache den Abschied von ihr der Neheimer Beratungsstelle schwierig. Aber es gebe schließlich ja auch noch vieles außerhalb der VB zu entdecken, so die langjährige Weggefährtin. Schuppert gab sich überzeugt, mit Petra Golly eine gute Fortsetzung für die Beratungstätigkeit der VZ in Neheim gefunden zu haben, die angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung nicht leichter werde.

So ganz persönlich wurde die Ansprache zum Abschied durch Rosemarie Goldner, die ausdrücklich kundtat, dass sie nur als „Rosie“ sprechen wolle. Marlies Albus sei immer Fachkraft in Fragen der Verbraucherberatung gewesen und habe über ihr menschliches Gespür stets die passende Ansprache gefunden. Viel Vertrauen habe sie in den gemeinsamen Gesprächen erfahren und, dass es gut ist, jemanden zu haben, mit dem man sich auch ohne Worte verstehen kann. Ein Gefühl, das in 27 Jahren gewachsen sei. „Nun ist es aber an der Zeit intensiv eine neue Welt kennen zu lernen“, sagte Rosie Goldner bei der Umarmung mit Blumenstrauß.

Für den Hochsauerlandkreis erinnerte dann der erste stellvertretende Landrad, Ferdi Lenze, an die Begegnungen mit Marlies Albus. „Der Kreis steht zur Verbraucherberatung und leistet unkompliziert die Zuschüsse“, so Lenze. Auch werde die Notwendigkeit der VB nicht in Frage gestellt. Jetzt komme für sie eine andere Zeit, in der man auch die Langweile zulassen müsse, eine Tatsache, die er sich aber nur schwer vorstellen könne. Jahrelang habe die enge Vernetzung der VB in der Gesellschaft den Stellenwert der Einrichtung vor Ort gezeigt.

Wenn er doch gewusst hätte, dass es eine so spannende Angelegenheit ist, dann hätte er sich wohl auf die Stelle beworben, scherzte Thomas Vielhaber, der für die Stadt Arnsberg die Glückwünsche zum Abschied überbrachte. Er lobte, dass die VB in der Öffentlichkeit immer sehr präsent gewesen sei, was vor allem einer guten öffentlichen Arbeit und vielen Aktionen rund um den Verbraucherschutz zu verdanken sei. Im Namen der Stadt bedankte er sich für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Mit dem Original-Zeitungsartikel vom Tag der Eröffnung der Beratungsstelle in Neheim holte Werner Lattrich vom Rat der Stadt Arnsberg zu seiner Laudatio aus. „Verbraucherzentrale in Arnsberg war immer etwas Besonderes“, sagte der Kommunalpolitiker. Die spezielle Art der Beratungstätigkeit sei von einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ihrer Leitern beeinflusst gewesen. Lattich zitierte einige Passagen aus dem besagten Artikel, um dann fest zu stellen: „Du hast alle vor 27 Jahren gegebenen Versprechen eingehalten.“  Bei der Übergabe eines eigens zum Abschied gefertigten Nummernschildes „AR-27-VB-MA“ betonte er zum Schluss, dass die VB heute „ihr bestes Stück“ abgebe.

 

Kein Abschied, ohne einen Neubeginn! Petra Golly (49), die neue Leiterin, stellte sich als gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und studierte Oecotrophologin vor. Schon im studienbegleitenden Praxissemester habe sie die Verbraucherberatung in Paderborn kennen gelernt. Seit 2015 ist sie jetzt bereits fest in das Neheimer Team integriert und mit ihrem Spezialgebiet der rechtlichen Gesundheitsberatung tätig. „Ich trete mit Respekt in die großen Fußstapfen meiner Vorgängerin“, so Golly bei ihrer Vorstellung. (Frank Albrecht)