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Erster Unternehmerstammtisch zeigt Interesse an der Mitmach-Stadt – 60 Interessierte folgen der Einladung des Bürgermeisters in das Kaiserhaus

Der erste Unternehmerstammtisch von Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner stieß auf großes Interesse. Im Neheimer Kaiserhaus waren rund 60 Interessierte aus der ganzen der Stadt der Einladung zu Gespräch und Austausch gefolgt. Der Bürgermeister hat mit dieser Veranstaltung eines seiner Wahlversprechen eingelöst. Weitere Stammtische sollen noch folgen.

Neheim/Arnsberg. Was bewegt die Unternehmer in der Stadt Arnsberg? Welche Probleme sehen sie bei ihrem Tun? Wo liegen die Stärken der Stadt Arnsberg und wo kann und muss noch nachgebessert werden? Das waren Fragen, denen sich jetzt der erste Unternehmerstammtisch von Bürgermeister Ralf Bittner im Neheimer Kaiserhaus widmete. Dazu waren rund 60 Interessierte seiner Einladung zu einem intensiven Austausch in das Neheimer Kaiserhaus gefolgt.

Vor einigen Unternehmerinnen und Unternehmern klein- und mittelständischer Betriebe aus der gesamten Stadt Arnsberg trugen Bürgermeister Ralf Bittner, der Chef der Wirtschaftsförderung Arnsberg, Bernd Lepski, sowie der Geschäftsführer der Stadt Arnsberg, Karlheinz Weißer, Fakten zur Wirtschaftsleistung in der Stadt sowie ihre Überlegungen zur Stabilisierung der Stadt Arnsberg als regionales Zentrum vor.

Arnsberg als regionales Zentrum stabilisieren

„Ich möchte direkt mit der Wirtschaft ins Gespräch kommen“, erklärte der Arnsberger Bürgermeister Ralf Bittner bei der Begrüßung. Er wolle wissen, wo es Probleme gebe und wo die Wirtschaft in Arnsberg stehe. Als große Hilfe für das erste Treffen dieser Art wertete der Bürgermeister die heterogene Mischung, die eine breite Palette an Erfahrung in den Raum bringe. „Arnsberg ist ein starker Wirtschaftsstandort, für den es aber viele Herausforderungen gibt“, so Bittner weiter. Vor allem stehe Arnsberg mit anderen Städten in Fragen der Standorte von Gewerbegebieten sowie bei den Fach- und Führungskräften im Wettbewerb. Ziel der gemeinsamen Bemühungen müsse es sein, Arbeitsplätze und Gewerbesteuer in Arnsberg auf Dauer zu halten.

An Themen für den ersten und die geplanten weiteren Unternehmerstammtische mangelte es nicht: So lauschten die Anwesenden gespannt dem von Bürgermeister Bittner vorgestellten Themenspektrum, das von Bekanntem wie „Digitalisierung“ über „Smart City“ und „Green City“ bis zur „Inclusive City“ reichte. „Gerade die Stadt für alle ist schnell hingeschrieben, aber eine schwierige Sache“, kommentierte Bittner das spezielle Thema. Er setze dazu weiter auf eine aktive Bürgerschaft, die aber auch Menschen mit einer Hemmschwelle mitnehmen müsse. Seit seinem Amtsantritt könne er sich bereits über eine Menge neuer Interessenten freuen, die sich auf diesem Feld aktiv einbringen wollen, so Bittner. Etwa viermal im Jahr will man auf dieser Ebene zum Gespräch zusammen kommen und dabei noch weitere Unternehmer aus der Stadt mit ins Boot holen.

Weitere Unternehmer beim Stammtisch ins Boot holen

Den Standort Arnsberg für Wirtschaft und vor allem die Menschen attraktiv zu halten, sei eines der wichtigen Ziele, so Bittner, denen er sich gemeinsam mit der Verwaltung der Stadt Arnsberg in den kommenden Jahren verpflichtet sehe. Aus der Sicht der Unternehmer gebe es dazu einige strategische Ziele zu formulieren. Von digitalen Leistungen über Wissens- und Wertschöpfung vor Ort bis zu gesamtstädtischem Marketing und nachhaltiger Mobilität gebe es ein weites Spektrum zu bearbeiten. Darüber hinaus müsse die Entwicklung Arnsbergs zum regionalen Zentrum die Stadt als Wirtschaftszentrum sehen und die Attraktivität des Standortes weiter verbessern. Das Einbringen in die Regionale 2025 mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung“ sei ein wichtiger Schritt. Auch die Entwicklung der Dörfer mit dem Ziel ihre hohe Lebensqualität und den Wohlfühlcharakter zu erhalten, wolle man sich im Rahmen des „Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes“ zuwenden. Nicht zuletzt solle die Beteiligung am „Zukunftslabor Einzelhandel“ die Kaufkraft in der Stadt halten, so Bittner.

Für die Wirtschaftsförderung Arnsberg (wfa) stellte deren Leiter Bernd Lepski einige Zahlen zum wirtschaftlichen Treiben in der Stadt vor. So gebe es in der Stadt aktuell 5.500 Gewerbetreibende, und nach dem Verlust von 3.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2005 bis heute eine Steigerung um 25 Prozent. „Arnsberg ist auf gutem Kurs“, sagte Lepski. Damit es so bleibt, wolle sich die wfa den Unternehmern in der Stadt als Dienstleister präsentieren und ein Komplettangebot von der Existenzgründung bis zum Krisenmanagement machen. Eine Herausforderung für die Stadt Arnsberg, so Lepski, sei die Bereitstellung von Gewerbeflächen im Rahmen des „Zukunftskonzeptes Gewerbeflächen 2025“. Derzeit verfügt die Stadt über 23 Gewerbegebiete mit rund 500 Hektar Fläche. Leider hätten in der Vergangenheit aber auch einige Wünsche von Unternehmen nicht erfüllt werden können. Das Zukunftskonzept will sich einer langfristigen Planung von Gewerbeflächen in der Stadt widmen.

Planung von Gewerbeflächen angehen

Dass die Stadtwerke Arnsberg (SWA) in der Entwicklung des Standortes Arnsberg eine wichtige Position eingenommen haben und diese noch ausbauen wollen, verdeutliche SWA-Geschäftsführer Karlheinz Weißer. Die Stadtwerke seien in den letzten Jahren nach den Herausforderungen des Energiemarktes verändert worden. Das mit der Eröffnung des „campus“ im Jahre 2016 begonnene Angebot befindet sich auf einem guten Kurs. Mit Veranstaltungen wie der Start-Up-Konferenz oder der Zukunftskonferenz sowie weiteren Projekten, die noch folgen sollen, setze man stark auf die Vernetzung weit über die Grenzen der Stadt Arnsberg hinaus. „Kontakte zu Land, Bund und Europäischer Union bringen einen starken Rückenwind für den Standort Arnsberg“, so Karlheinz Weißer überzeugt.

An die einleitenden Vorträge schlossen sich dann die Tisch-Gespräche an den verschiedenen Stammtischen an. Bürgermeister sowie Wirtschaftsförderung und Stadtwerke ermöglichten mit ihren jeweiligen Führungskräften den direkten Austausch mit den interessierten Besuchern der Veranstaltung und konnten dabei auch individuelle Fragen ansprechen und auf die Agenda setzen. (Frank Albrecht)