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Erstes Frühjahrsmeeting des Aktiven Neheims begeistert rund 100 Gäste - Marketing-Professor besticht mit sehr unterhaltsamem Vortrag

Eine geballte Ladung an Information und Unterhaltung gab es jetzt für die rund 100 Gäste beim 1. Frühjahrsmeeting des Aktiven Neheims. Der Verein hatte Mitglieder und Gäste in das Kaiserhaus geladen, wo die Initiative der Volksbank Hochsauerland vorgestellt wurde. Die sponsert 50 kostenlose WLAN-Hot Spots um die Digitalisierung voranzutreiben. Gastredner des Abends war Enzo Vincenzo Prisco, der mit Sex und Charme die Zuhörer auf Trab hielt.

Neheim. Was hat das WLAN-Projekt der Volksbank Hochsauerland eigentlich mit dem Vortrag des Marketing-Spezialisten Enzo Vincenzo Prisco zu tun? Außer, dass beides vor rund 100 Gästen des Aktiven Neheims im Kaiserhaus präsentiert wurde wohl auch die Tatsache, dass es ein gemeinsames Ziel gibt: Die Neheimer City mit dem neuen Angebot für zeitliche begrenzte kostenlose WLAN-Netze und der Herausbildung einer Marke noch interessanter für die Menschen in Arnsberg und der Region zu machen!

So zeigte sich Herbert Scheidt als Vorsitzender des Aktiven Neheims auch hocherfreut, seinen Mitgliedern und den Einzelhändlern in der Neheimer City überhaupt die Möglichkeit im Konkreten vorstellen lassen zu können. In seiner Einleitung erklärte Volksbank-Vorstand Michael Reitz, über Kollegen in Lippstadt auf das WLAN-Projekt aufmerksam geworden zu sein. Die Volksbank Sauerland sehe sich in der Verantwortung mit der Kernaufgabe, die Möglichkeit zur Digitalisierung der Innenstadt zu schaffen. „Das Handy ist einfach bestimmendes Thema wenn es um Digitalisierung geht“, so Reitz. Es sei bei 69 Prozent der Weltbevölkerung verbreitet, Strom dagegen bei nur 28 Prozent.

69 Prozent der Weltbevölkerung mit einem Handy

Weniger das WLAN in der Welt als die Möglichkeiten seiner Nutzung in Neheim zeigte in seiner Präsentation Andreas Mattiza, Geschäftsführer der Firma „mySPOT Marketing“ aus Lippstadt. Mit dem für Neheim angepassten Produkt „Free Wifi Plus“ soll ab sofort die Möglichkeit gegeben sein, in jedem der 50 möglichen Geschäfte/Partner aus dem Projekt ein freies WLAN für die Kunden zu schaffen. Und nicht nur das: „Free Wifi Plus“ bietet zur kostenlosen Internetnutzung auf den als unbedenklich eingestuften Internetseiten auch noch die Chance, auf dem begrenzten Raum des Ladenlokales individuelle Werbung, Gutscheincodes und sonstige individuelle Angebote aus dem jeweiligen Ladenlokal zu schalten.

Dabei soll der „intelligente Hot Spot“, so Mattiza, die Probleme umgehen, die über Jahre die Verbreitung einer freien WLAN-Nutzung in Deutschland eingeschränkt haben. Eine so genannte „Whitelist“ stemmt sich gegen die Vorbehalte der „Störerhaftung“, die Erfassung der im Ladenlokal eingelogten Handys erfolge vollständig anonymisiert. Jugendschutzfilter und spezielle Banner- und Spam-Blocker sollen weitere, einst unangenehme Nebenwirkungen des freien WLANs verhindern helfen. Mattiza machte deutlich, dass die Installation des von der Volksbank Sauerland für zwei Jahre gesponserten freien WLAN-Netzes an 50 Stationen in Neheim, über die bereits vorhandene Technik laufen könne. Besonderes Bonbon für Nutzung und Einsatz sei die wie gesagt anonymisierte Analysefunktion, die u.a.  Auskunft über Häufigkeit des Besuches, gewählte Internetseiten und die Frequenz der Nutzung geben könne.

Noch am Abend des Frühjahrsmeetings konnten nach der Präsentation weitere Partner für den Einsatz von „Free Wifi Plus“ gewonnen werden. Ein Hotspot wurde am gleichen Abend schon im Boulevard 55 installiert. Weitere Anfragen werden natürlich noch angenommen, solange das Angebot nicht ausgeschöpft ist. „Ich bin sehr zuversichtlich, schon sehr bald alle nach dem Sponsoring möglichen Anschlüsse ausgebucht zu haben“, gab sich Herbert Scheidt vom Aktiven Neheim zuversichtlich.

„Ein Name, der für Sex und Kreativität steht!“

Nein, an einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein mangelte es dem rund 1.70 Meter großen Gastredner des 1. Frühjahrsmeetings beim Aktiven Neheim nicht: Enzo Vincenzo Prisco – keiner weiß, ob das sein richtiger Name ist – betritt mit auffälligem Orange bekleidet die Bühne des Neheimer Kaiserhauses. Hin und her schreitend, will er als erstes wissen, wofür sein Name wohl stehen könne. Vermeintlich fragende Gesichter auf den Stühlen – na klar, löst er das Rätsel selber: Für Sex und Kreativität, weniger für Seriosität! Enzo Vincenzo Prisco, Halbitaliener wie er sagt, ist Marketingprofessor für Design und Kommunikation und der Knaller des Abends! Eine Art Gesamtkunstwerk bis in die orangen Sportschuhe, die natürlich die Buchstaben seines Namens zeigen – EVP.

Er entschuldigt sich nur dezent dafür, dass er alle Anwesenden einfach duzen wolle und, dass er die ihm gegebene Zeit bestimmt nicht einhalten werde. Nur wenige Minuten, und keiner wagt, diese Ankündigung nicht zu glauben. Und der Mann legt los – vergessen die vorbereiteten Folien aus einer seiner Vorlesungen an der Uni, Enzo spricht und spricht und reißt alle mit. Wie man oder etwas zur Marke wird, erklärt er anhand einer bekannten amerikanischen Computerfirma, deren Geschichte und Namen er sich aus dem Publikum zurufen lässt. Überhaupt hat das Publikum während der über eine Stunde dauernden Show viele Chancen sich einzubringen. Nur bei der Frage „Was habt Ihr falsch gemacht, um nicht ebenso gefragt und begehrt zu sein?“ weiß keiner so recht eine Antwort zu geben.

Dunkel, laut und stickig

Und so erzählt und erzählt Enzo Vincenzo Prisco weiter und weiter von Textilgeschäften, die einfach nur dunkel, laut und stickig seien und trotzdem ihre großen Umsätze mit Jugendlichen machten. Über die Magie der Farben beim Marketing und die Erkenntnis, dass man nicht jedes Jahr eine neue Werbelinie fahren müsse, kommt der Fachmann dann doch noch zum Kern des Vortrages: „Design ist alles!“ – so laute sein wichtigster Spruch, erklärt er. Und in Windeseile lässt Enzo Vincenzo Prisco die Folien seiner Vorlesungen über den Beamer projizieren – Claim, Slogan, der Unterschied zwischen beiden. Marke, Wirkung und Werbung, alles soll – wenigstens kurz – einmal angesprochen sein!

Dass „Marke“ Grenzen habe und die Emotionalisierung eine ganz wichtige Rolle bei der Bildung einer Marke spiele, all das hören viele an diesem Abend zum ersten Mal. Denn noch schnell der Dreh zu den freien WLAN-Hotspots und die mit ihnen mögliche Werbung. Ja, es sei gut und richtig, Farbe und Logo der Betriebe und Geschäft auf dem Handy zu zeigen, auf dass sie sich in den Köpfen der Menschen einbrennen. Wer wohl weiß was unter „Corporate Identitiy“ zu verstehen sei? Herausfordernd blickt der Professor ins Publikum – und einige wenige trauen sich. Enzo Vincenzo Prisco betont, er komme sich vor wie in den mündlichen Prüfungen an der Uni… wo auch nicht immer alles richtig genannt werde.

Die Puste geht nicht aus...

Noch immer geht dem Gastredner von Volksbank und Aktivem Neheim die Puste nicht aus, aber die Zeit drängt. Schnell gibt es noch ein paar krasse Werbespots bekannter Firmen, die wohl so nie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein sollten. Lautes Lachen der Gäste zum Abschluss und die auf vielen Plätzen einhellige Meinung: So einen Professor hätte ich mir in den Vorlesungen wohl auch gewünscht… (Frank Albrecht)