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Kulturhighlight auf dem Neheimer Marktplatz: „Toccata“ unterhält 850 Gäste vor dem Dom

Die Neheimer "Toccata" begeisterte jetzt in Neheim 850 Gäste vor dem Dom. Das kulturelle Highlight in der Einkaufsstadt Neheim hatte die Duisburger Philharmoniker sowie Solisten der Deutschen Oper am Rhein zu Gast. Ein mehr als zweistündiges Programm sorgte bei herrlichem Wetter für beste Laune der Besucher.

Neheim. Der Dombauverein Neheim hatte mit Unterstützung vieler wieder zu dem Kulturhighlight vor dem Neheimer Dom eingeladen. Zur „Toccata“ 2018 waren diesmal die die Duisburger Philharmoniker zu Gast, die den Marktplatz in einem wahren Konzertsaal verwandelten. Musiker und Solisten lieferten eine ausgezeichnete Show, bei der sich Dirigent und Moderator Benjamin Reiners so manchen Scherz mit seinem gut gelaunten Publikum erlaubte. Der Marktplatz war zu diesem Anlass vom Aktiven Neheim und seiner Helfern entsprechend festlich hergerichtet worden. Zum 14. Mal überzeugte die Marke „Toccata“.

„Wir haben wieder etwas Besonderes“, begrüßte der Vorsitzende des Dombauvereins Neheim, Stephan Werthschulte, die Gäste auf dem Marktplatz in Neheim. 850 waren gekommen, um sich zum 14. Mal in Folge von der Initiative des Neheimer Dombauvereins sowie dem musikalischen Programm begeistern zu lassen. In seiner Begrüßung stellte Werthschulte die Gäste aus dem Ruhrgebiet als eines der größten deutschen Orchester vor. Zu den in gemeinschaftlicher Arbeit ausgewählten Stücken konnte der Vorsitzende des Dombauvereins Neheim noch eine kleine Geschichte erzählen.

Dirigent Benjamin Reiners auch Moderator

Die lockere Eröffnung des Toccata-Abends war auch für den Dirigenten des Orchesters, Benjamin Reiners, eine Steilvorlage. Zur Begrüßung hob er hervor, dass es auch für die Musiker eines Orchesters eine besondere Herausforderung sei, open-air zu spielen. Auf der kleinen Bühne, die gerade Platz für alle Musiker biete, wolle er sich beim dirigieren aber etwas zurückhalten, um die Plattform nicht in zu starke Schwingungen zu versetzten. Dirigent Reiners, der zur Veranstaltung auch als Moderator angetreten war, nahm dieses Amt ebenso ernst wie das eigentliche. Den inzwischen auf die ersten Töne gespannt wartenden Zuschauern erklärte er daraufhin den Nutzen von Wäscheklammern für die Musiker bei Wind, und er wies darauf hin, dass heute neben dem Taktstock auch das Mikrophon zu seinen Werkzeugen gehören. Zur festlichen Klassik versprach er seinen Zuhörern auch fetzige Popmusik.

Klassik und Pop-Musik

So ging es nach einigen Vorreden endlich mit dem musikalischen Teil der Toccata los. Ein sehr harmonisch abgestimmtes Orchester spielte in der ersten Hälfte der Veranstaltung den rein klassisch geprägten Part. „Der Sommer“ aus den Zyklus „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi überzeugte die Gäste dabei genauso wie die Ouvertüre zur Oper „Figaros Hochzeit“. Vor allem waren es die vielen bekannten Melodien, die dem Publikum wohlklingend zu Gehör gebracht wurden. Trotz festlicher Klassik ließ sich Dirigent Reiners nicht bremsen, den ein oder anderen Spaß mit dem Publikum zu treiben. Seinen im Publikum sitzenden Vater – und keiner weiß, ob dem wirklich so war – erklärte er mehrfach den Aufbau der Stücke und die Stellen, an denen geklatscht werden dürfe. „Papa, warst Du das?“, fragte Reiners nach einem vorzeitigen Klatschen an anderer Stelle zum Lachen seiner Zuhörer.

"Papa, warst Du das?!"

Nach einer kleinen Pause ging es mit dem zweiten Teil der Toccata und der angekündigten Sparte „Pop“ auf der Bühne weiter. Zweimal hatte in diesem Teil auch die Sängerin Sabrina Weckerlin ihren vielbejubelten Auftritt bei der Toccata. Und vor allem mit ihrer Interpretation von „Sometime over the Rainbow“ wurde es den Zuschauern trotz Kälte auf dem Marktplatz warm ums Herz. Ihre Künste an den Instrumenten konnten auch die anderen Solisten vortrefflich ausspielen. Laura Vukobratovi? und Albert Marigõ Sarriõn taten das an der Trompete bei Vivaldis „Konzert für 2 Trompeten“, Violinist und Konzertmeister Önder Baloglu verzückte die Zuhörer bei seinem Spiel im Orchester wie den Solopartien. Das „Miss Marple“-Thema weckte allerschönste Erinnerungen an die Abenteuer der betagten Detektivin.

Im Anschluss an das Konzert stand dann der gesellige Teil der „Toccata“ im Mittelpunkt, bei dem sich die Gäste mit dem „Toccata“-Teller stärken konnten, der in diesem Jahr von der Fleischerei Hackethal zusammengestellt worden war. (Frank Albrecht)