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Politik war 30 Jahre lang ein fester Bestandteil des Lebens - Ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner nun offiziell verabschiedet

Im Kreise von Ratsmitgliedern sowie vieler Gäste nahmen auch Landrat Dr. Karl Schneider und Bürgermeister Ralf Paul Bittner ihren Abschied von Rosi Goldner als stellvertretende Bürgermeisterin. Foto: Albrecht

In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause ist die langjährige stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner aus ihrem Amt offiziell entlassen worden. Schon seit dem Beginn des Jahres hatte sich die CDU-Politikerin in verschiedenen Veranstaltungen und Terminen von ihren politischen Weggefährten sowie den Bürgerinnen und Bürgern verabschiedet. Rosi Goldner scheidet nach 30 Jahren in der Lokalpolitik nun aus, ihr Wirken in zahlreichen Ehrenämtern soll jedoch weiter gehen.

Arnsberg. Schon Anfang des Jahres hatte sie ihre Absichten auf den verschiedenen Neujahrsempfängen in der Stadt Arnsberg kund getan – jetzt ist die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner offiziell vom Rat der Stadt Arnsberg verabschiedet worden. Mit den Mitgliedern des Rates sowie zahlreichen Gästen aus dem Wirkungsbereich fand jetzt die politische Tätigkeit Goldners einen würdigen und vor allem emotionalen Abschluss.

„So eine Situation gibt es vielleicht auf dem ein oder anderen Geburtstag, ich habe sie aber noch nie erlebt“, sagte die ehemalige Lokalpolitikerin Rosi Goldner im Anschluss an eine Reihe von Lobeshymnen, die auf ihr Ausscheiden aus dem Rat gesungen wurden. Nach den Worten politischer Weggefährter aus den letzten Jahrzehnten wurde ihr auch eine Träne gegönnt, die aus diesem Anlass heraus geflossen ist.

Wirken in der Stadt Arnsberg

Bürgermeister Ralf Paul Bittner erinnerte als erster in einem kleinen Rückblick auf ihr Wirken in der Stadt Arnsberg an den 13. März als das Datum, an dem Rosi Goldner ihr Amt als Vertreterin des Bürgermeisters bereits an Peter Blume abgegeben hatte. „Du bist eine feste Größe und eine herausragende Persönlichkeit und hast das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin gelebt“, würdigte der Bürgermeister. Das herausragende Wirken in der Stadt und für die Stadt habe das politische Wirken von Goldner geprägt, so Bittner.

Rosi Goldner, seit 1989 Mitglied des Stadtrates und seit 1998 erste stellvertretende Bürgermeisterin zunächst von Hans-Josef Vogel und dann für eine paar Monate auch von Ralf Bittner war auch in einigen Ausschüssen der Stadt vertreten. Bittner erinnerte an ihre Arbeit im Bezirksausschuss Neheim wie die im Ausschuss für Kultur, Weiterbildung und Sport und die Themen, die ihre Arbeit bestimmt haben. „Ob bei Sozialem, Familie oder den frühen Hilfen, die von Dir mitbegründet wurden – Du hast erkannt, wo Unterstützung nötig ist“, so Bittner. Über 30 Jahre war Rosi Goldner politisch in Arnsberg aktiv, 20 Jahre davon als stellvertretende Bürgermeisterin. Ohne Scheu vor dem Kontakt zu den Menschen habe sie Respekt für jeden Einzelnen gezeigt. Genau diese Eigenschaften hätten ihr auch das große Vertrauen seitens der Bürgerinnen und Bürger gebracht.

Großes Vertrauen

Bürgermeister Bittner rief die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande in Erinnerung, so wie auch die vielen Ehrenämter, die von ihr geleistet wurden und werden. Es sei für ihn kein Wunder, das aktuell auch die Stadtrundfahrten mit ihr ein Renner seien. „Die Menschen hören Dir einfach gerne zu“, so Bittner weiter. Über die Stadt Arnsberg und die in ihr lebenden Menschen habe sie ein umfangreiches Wissen gesammelt. „Ich danke Dir für den jahrelangen, großartigen Einsatz“, so Bittner, das sei eine Verabschiedung mit bewegtem Herzen.

Von seinem lächelnden und weinenden Auge zu Abschied von Rosi Goldner sprach Landrat Dr. Karl Schneider in seiner Rede. Mit Goldner sei jemand unterwegs, der die Menschen kenne. Arnsberg könne stolz sein, so eine Frau in einem führenden Amt gehabt zu haben. „Du hast eine Herrlichkeit ausgestrahlt und das Herz am rechten Fleck“, sagte Landrat Schneider. Mit ihrer herzlichen Art habe sie viele Menschen bewegt und sei stets gerne gesehen. „Die Stadt Arnsberg verliert jetzt ein Aushängeschild, und ich freue mich schon auf weitere Begegnungen“, so Dr. Schneider. Der Landrat lobte, dass Rosi Goldner auf der Suche nach gangbaren Wegen Spuren in Arnsberg hinterlassen habe. „Du bist für die Stadt Gold wert“, stimmt der Landrat unter dem Beifall der Gäste im Alten Rathaus an. Mit den Grüßen von Kreistag und Verwaltung und dem Wunsch nach einem überschaubaren Terminkalender gelte es politisch Abschied zu nehmen.

Spuren in Arnsberg hinterlassen

Jochem Hunecke würdigte die Arbeit von Rosi Goldner als das „soziale Gewissen der CDU“ und verglich ihr Wirken mit einer Erfindung von Luigi Palmieri, dem Erfinder des Seismografen: Ihr sei es immer gelungen, die feinen Erschütterungen in der Lokalpolitik zu spüren. Dabei habe Goldner über Parteigrenzen hinweg nach Verbindendem gesucht. „Egal wo der Schuh gedrückt hat, Du hast immer oft und lange zugehört“, so Hunecke. Im Namen der Ratsfraktion der CDU sowie der Arnsberger Ortsverbände gelte es nun „Danke Rosi“ zu sagen.

Für ihr anschließend persönliches Statement sprach sie die Anwesenden im Ratssaal mit „liebe Wegbegleiter“ an. 30 Jahre lang hätten unterschiedliche Bereiche ihr Leben mitbestimmt, aber es sei immer um dieselbe Stadt und dieselben Bürger gegangen, so die Geehrte. Von Anfang an sei sie mit beidem klar gekommen. „Es war schon ein gewaltiger Schritt, erst mit 45 Jahren einen männerdominierte Bühne in der Stadt zu betreten“, blickte Rosi Goldner zurück, und sie habe ein Gefühl wie in einem Löwenkäfig gehabt. Die Verwaltung im Rathaus sei für sie aber der Lernort überhaupt gewesen. Rosi Goldner betonte, dass sich in 20 Jahren zwischen Politik und Verwaltung Einzigartiges abgespielt habe.

Begegnungen mit Bürgern

„Stadt wird erst durch viele lebendig“, so Goldner und die vielen Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern sei der schwierigste Punkt bei ihrem Abschied. Wie sie schon oft ins Gästebuch geschrieben habe und noch schreiben würde: „Unser Leben ist die Geschichte vieler Begegnungen!“

Im Anschluss an die Reden nutzen viele Gäste noch die Chance zum Gespräch mit der Geehrten, die sich über die Wort und überreichten Geschenke sichtlich überrascht zeigte. Ihr für die Anwesenden vorbereitetes Geschenk parkte derweil unten vor dem Rathaus: Ein Eismobil aus Neheim diente perfekt dazu, den offiziellen Abschied am längsten Tag des Jahres noch schmackhaft zu versüßen… (Frank Albrecht)