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Sanierungsfall Rathaus: Arnsberger Verwaltungsgebäude wird nicht unter Denkmalschutz gestellt

Das Rathaus der Stadt Arnsberg aus dem Jahre 1968. Foto: Frank Albrecht

Bei der Planung der notwendigen und vom Rat der Stadt Arnsberg bereits beschlossenen Sanierung des Rathauses als Sitz der Verwaltung gibt es jetzt eine wichtige Vorentscheidung: Die Stadt Arnsberg und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe einigten sich nach einer gründlichen Prüfung. Demnach soll das Gebäude von 1968 nicht unter Denkmalschutz gestellt werden, was die Planungen erheblich verkompliziert hätte.

Arnsberg. Aufatmen bei den Planern der Rathaussanierung: Nach einer Einigung zwischen der Stadt Arnsberg und dem LWL-Denkmalschutz, Landschafts- und Baukultur wird das Arnsberger Rathaus nicht unter Denkmalschutz gestellt, was die weitere Planung erheblich beeinflusst hätte. Die Stadt Arnsberg schreibt dazu in einer aktuellen Presseinformation:

"Das Rathaus der Stadt Arnsberg in Neheim wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Darauf einigten sich die Stadt Arnsberg und die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen nach einer bis ins Detail gehenden Beurteilung des Baubestandes und Schadensaufnahme. Zwar beurteilt die LWL-Denkmalpflege das aus dem Jahr 1968 stammende Verwaltungsgebäude weiterhin als grundsätzlich denkmalwert, nicht zuletzt weil es ein Zeugnis des Bauens der damaligen Zeit darstellt. Dies hat die Stadt Arnsberg inzwischen auch anerkannt. Eine Dokumentation vor Beginn der Umbaumaßnahmen soll das vorhandene Gebäude präsentieren.

Wie aber erst jetzt nach intensiver Betrachtung und Auswertung der Schadensbilder deutlich wurde, können akute Baumängel sogar die öffentliche Sicherheit kurzfristig beeinträchtigen. Besonders zu nennen sind hier die Aufhängung der Waschbetonplatten sowie eine ungenügende Betonüberdeckung tragender Bauteile. Insgesamt besteht eine erhebliche Einschränkung der Verkehrssicherheit. Stadt und LWL gehen nun davon aus, dass die notwendige Sanierung den Rückbau auf den Betonkern voraussetzt und mit neuen Fassaden und Bauteilen schließlich einer Neuerrichtung der Bausubstanz gleichkäme.

„Ein reines „Nachbauen“ historischer Situationen entspricht nicht unserem Verständnis vom zeitgemäßen Umgang mit Denkmalschutz und Denkmalpflege und sicher auch nicht dem der bei der Stadt ansässigen Unteren Denkmalbehörde.“, so Dr. Holger Mertens, Landeskonservator aus Münster.

Die Stadt begrüßt die Entscheidung des LWL, ohne die das Sanierungsprojekt in der geplanten Form stark gefährdet gewesen wäre. Sie weist aber auch darauf hin, dass sie sich ihrer baukulturellen und denkmalpflegerischen Verantwortung keinesfalls entzieht. Denn die Stadt ist Eigentümerin mehrerer denkmalgeschützter Gebäude, von denen sie gerade das Alte Rathaus am Alten Markt in Arnsberg saniert, brandschutztechnisch ertüchtigt und barrierefrei umbaut.

Bürgermeister Ralf Paul Bittner: „Ich freue mich, dass wir als Stadt in guter Kommunikation mit dem LWL die Sanierung beider Rathäuser auf den Weg gebracht haben. Das Alte Rathaus und der Verwaltungshauptsitz am Rathausplatz werden zu Gebäuden, die zukünftig umfangreiche Möglichkeiten des Tagens, des Beratens und der Kommunikation für und zwischen Verwaltung und Politik bieten, aber auch neue Angebote für Vereine, Gemeinschaften und insgesamt die Bürgerinnen und Bürger der Stadt eröffnen.“ (Quelle: Stadt Arnsberg, Pressestelle)