Aktuelles

Tanzkultur ist in Arnsberg Mangelware: Förderung der Bundeskulturstiftung will das jetzt ändern!

Das Kulturbüro der Stadt Arnsberg will das Thema "Tanz" auf die Bühnen vor Ort bringen. Schon im kommenden Februar wird es die erste von insgesamt vier Auftritten von Tänzerinnen und Tänzern aus dem Michael Douglas Kollektiv Köln geben. Neben Produktionen im klassischen Stil freut man sich in Arnsberg schon jetzt auf die experimentellen Ansätze, von denen es mit Tänzer Douglas Bateman bereits im Kunstsommer 2017 etwas zu sehen gab.

Arnsberg. Tanzveranstaltungen sind in Arnsberg Mangelware – zumindest, wenn es um den Auftritt namhafter Ensembles auf den städtischen Bühnen geht. Da kommt dem Kulturbüro der Stadt Arnsberg die Möglichkeit einer Förderung durch die Bundeskulturstiftung gerade recht. Schon mit einer Umfrage zum Thema im gesamten Kreis sowie dem Schwerpunkt „Tanz“ beim diesjährigen Kunstsommer habe man sich für eine Aufnahme in den Kreis der zu fördernden Kommunen empfohlen, sagt Kirsten Minkel, Leiterin des Kulturbüros der Stadt Arnsberg.

„Das Thema ist im Sauerland nur wenig präsent und die Region auf einer Landkarte als weißer Fleck ausgespart“, bedauerte Kirsten Minkel bei der Vorstellung des Projektes, das ab dem nächsten Jahr deutlich Abhilfe schaffen könnte. „Tanzland“ nennt sich der Fonds für Gastspielkooperationen der Bundeskulturstiftung der für eine über dreijährige Förderung mehrer Städte und Kommunen über eine Millionen Euro ausgeben will. Die Stadt Arnsberg bekommt ebenfalls ihren Teil und ist mit bis zu 120.000 Euro Förderung dabei, der städtische Eigenanteil liegt bei 20 Prozent.

Nicht nur die erbrachten Vorleistungen in der Stadt haben die Teilnahme von Arnsberg begünstigt: „Vorausgesetzt wurde auch die Zusammenarbeit der Bewerber um den Förderpreis mit einem festen Tanzensemble“, so Minkel. Wie günstig, im Kunstsommer 2017 hatte das Kulturbüro mit dem „Michael Douglas Kollektiv“ aus Köln erste Berührungspunkte geschaffen, Douglas Bateman und Michael Maurissons vom Kollektiv waren jetzt auch zu Gast bei der Projektvorstellung. Das Michael Douglas Kollektiv versteht sich als freier Zusammenschluss von Tänzerinnen und Tänzern, der je nach Produktion mit weiteren kompetenten Kräften aus den Bereichen „Tanz“ oder „Choreografie“ zusammenarbeitet.

„Wir haben mit dem Auftritt von Douglas Bateman im Rahmen der getanzten Stadtführungen einen ersten Schritt gemacht“, sagt die Kulturamtsleiterin. Jetzt gelte es, das im Sauerland derzeit schwierige Thema auch noch an die Menschen zu bringen. Das Projekt „Tanzland“ weist dazu den Weg und ist über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. „In der Zeit wollen wir ein Publikum für den Tanz aufbauen und natürlich auch dauerhaft begeistern“, freut sich Kirsten Minkel. Im Jahr 2018 sind deshalb zunächst vier Aufführungen auf den städtischen Bühnen in Arnsberg geplant. Den Auftakt wird am 17. Februar ein eher im klassischen Stil des Tanzballetts gehaltenes Stück mit dem Titel „Loving Losing Loving Living“ machen.

„Unsere Absicht ist es, die Entwicklung zum Stück zu zeigen, wir wollen auch experimentell arbeiten und Räume sowie Architektur in der Stadt nutzen“, beschreibt Tänzer Douglas Bateman die Absichten seines Kollektivs. Zuschauer in Arnsberg dürfen sich auf ein breites Spektrum freuen, das mit dem Experimental-Stück „The Exchange“ auch das gesamte Publikum in das Tanz-Theater mit einbeziehen will. Die Umsetzung des Themas „Tanz“ sieht auch Michael Maurissons als besondere Herausforderung im Sauerland an. „Wir sind auf diesem Gebiet so etwas wie Forscher – neugierig auf das, was passiert“, lacht der Tänzer.

Für Kirsten Minkel als Vertreterin der Stadt im Kulturbüro ist klar: Die Bundeskulturstiftung will mit der Förderung von Tanz in Arnsberg ein Lücke in Arnsberg sowie dem Sauerland schließen. Dazu gelte es, die vorhandenen Hemmschwellen zu dieser speziellen Kunstform abzubauen und dazu auch das Netzwerk mit anderen Vereinen zu suchen und zu nutzen. So seien zum Tanz auf der Bühne auch immer wieder Gesprächsrunden mit künstlerisch tätigen Initiativen in der Stadt wie z.B. dem Kunstverein geplant. Dass es in Arnsberg durchaus ein Potential gebe, hätten die Begegnungen der Menschen mit Tanz im Kunstsommer 2017 sowie viele positive Rückmeldungen gezeigt.

Die Gastspielkooperation „Tanzland“ mit dem „Michael Douglas Kollektiv“ setzt auch auf Breitenwirkung: Durch die Förderung der Bundeskulturstiftung können die Preise für Eintrittskarten in einem moderaten Bereich gehalten werden, eine Summe von 16 Euro sei vorstellbar, so Minkel. „Für Schüler und aktive Tänzer in der Stadt wollen wir das Thema aber über spezielle Rabatte noch günstiger anbieten“, so die Leiterin des Kulturbüros der Stadt Arnsberg. Damit wolle man sich ganz speziell an eine junge Zielgruppe richten, die sich für das Thema gut begeistern lasse. (Frank Albrecht)