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Überregional stöbern – lokal shoppen: 200 Lokale Shoppingplattformen sind in NRW bereits am Markt aktiv

Das Einkaufsverhalten der Menschen verändert sich ständig: Der Trend zum Kauf im Internet ist ungebrochen, bietet aber auch neue Möglichkeiten. Lokale Shoppingplattformen erobern derzeit die Städte und Gemeinden, rund 200 sollen es schon sein. Das Einzelhandelslabor des IHK hat sich jetzt des Themas angenommen und Erkenntnis in einem Newsletter formuliert...

Region. Wie groß ist der Teil der Menschen, die trotz des Angebotes aus dem Netz noch lokal vor ihrer Haustür einkaufen möchten? Und: Welche Zukunft könnten lokale Shoppingplattformen haben, an denen sich vor allem die Händler aus dem Ort beteiligen? Einen Teil dieser Fragen konnte jetzt der jüngste Workshop im Rahmen des „Einzelhandelslabors Südwestfalen“ klären. In Lippstadt diskutierten interessierte Händler dazu mit Fachleuten und Praktikern der Branche. In seinem Newsletter (http://www.einzelhandelslabor.de/aktuelles/der-kunde-moechte-lokal-einkaufen/) informiert das Forum über spannende Ergebnisse. 

Was geht in Sachen lokaler Shoppingplattformen? Während die Entwicklung der Angebote im Netz vielfach noch in den Kinderschuhen steckt, sind in ganz NRW Anzahl und Anbieter in den letzten Jahren stark gestiegen, so formuliert es der Newsletter. Einer Studie zufolge finden sich im Land schon über 200 Plattformen, die ihren Kunden eine Bandbreite verschiedener Möglichkeiten anbieten. 

Vom Competence Center E-Commerce (CCEC) aus hat Prof. Dr. Peter Weber die Hintergründe und den aktuellen Stand der Digitalisierung untersucht. Und er sieht vor allem den Druck des Internets mit seinen Angeboten als die treibende Kraft. So fühlten sich laut der Untersuchung 63 Prozent der Händler in Südwestfalen dadurch zu einer Reaktion veranlasst. Dieser Druck habe aber noch nicht dazu geführt, dass sie ihre Produkte verstärkt über Drittanbieterplattformen (Amazon, Ebay und andere) anbieten. Weniger als ein Fünftel (18 Prozent) der Händler aus Südwestfalen tun dies bereits. 

Die Einkaufsvorlieben der Kundschaft sind hinlänglich bekannt. Längst schon, so beschreibt es der Newsletter des Einzelhandelslabors, seien die Kunden „kanalübergreifend“ unterwegs. Sie nutzen Online- und Offlinekanäle für den Einkauf. Gerade im Offline-Bereich spielt der Standort des Händlers nur eine untergeordnete Rolle. 

Online- und Offlinehandel mit einer Verkaufsregion zu verknüpfen, das können die lokal beschränkten Markplätze jedoch leisten. „Einkaufen in Attendorn“ und „Lokaso Siegen“ seien zwei Beispiele, die das zeigten. Dabei, so erklärten teilnehmende Betreiber der lokalen Shoppingportale, gebe es wichtige Voraussetzungen. Ein begrenzter Verkaufsradius, der nur eine auf maximal 15 bis 20 Minuten begrenzte Auslieferungszeit benötige sowie die Zusage, dass Bestelltes auch noch am gleichen Tag ausgeliefert werden könne, spielen hier eine wichtige Rolle. 

Darüber hinaus wichtig, so beschreibt der Newsletter, sei die Produktvielfalt vor Ort und das Nutzungsangebot des Portals im Internet: Kann online bestellt und persönlich abgeholt werden? Wie gut laufen Reservierungen? Wir der Kunde über die Angebote der lokalen Händler im Netz animiert, seinen Einkaufsbummel zu Fuß weiterzuführen? Nicht zuletzt spiele auch die Akzeptanz des lokalen Portals bei Einzelhändlern und Kommunen eine wichtige Rolle. 

Welche Plattform für welche Kommune die passende sei, lässt sich nach Einschätzung von Fachleuten noch nicht sagen. Die bereits arbeitenden Portale seien noch zu jung, um die langfristige Wirkung beurteilen zu können. Dass es bereits Faktoren gebe, die das Gelingen einer lokalen Shoppingplattform bestimmen ist aber wohl unstrittig. Die Motivation der Händler einen guten Service (bis zur Auslieferung am gleichen Tage) anzubieten und die Orientierung an einem standortbasierten Service vor Ort könnten, so das Einzelhandelslabor nach seinem Workshop, Vorteile gegenüber großen Anbietern bieten. Räumliche Nähe, Zeitvorteile durch kurze Lieferwege können die Entwicklung der lokalen Plattformen vor Ort begünstigen. Nicht zuletzt hänge das Gelingen auch von der Vielfalt des Angebotes ab, das vor allem durch viele Händler gewährleistet werden könne.