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Volle Bühne für „Wintergarten“ – Eindringliches Theaterstück über Flüchtlingsgeschichten noch mal zu sehen

Es geht um Flucht, es geht ums Ankommen: Eine Arnsberger Theaterinitiative hat daraus jetzt ein Stück gemacht, das in der KulturSchmiede bereits großen Anklang gefunden hat. Um die Nachfrage zu decken, wird "Wintergarten - Ich will nach vorne blicken" jetzt nocheinmal aufgeführt.

Arnsberg. Im November 2016 war es noch ein gewagtes Projekt, auf das sich eine Gruppe von Menschen aus Arnsberg, Syrien und anderen Ländern mit vielen Fluchtgründen eingelassen hatte. Einige Aufführungen später, hat sich die Aufführung des Stückes „Wintergarten – Ich will nach vorne schauen“ mehr als behauptet. In wenigen Tagen – am Montag und Dienstag, 6. Und 7. März, gibt es „Wintergarten“ noch einmal zu sehen. Jeweils um 19.30 Uhr wird in der KulturSchmiede Arnsberg gespielt. Karten im VVK (10 Euro) gibt es in den Stadtbüros, Restkarten vielleicht an der Abendkasse. 

Anne Mannstein, ihr gesamtes Organisationsteam und vor allem die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Musikerinnen und Musiker sind mit der Akzeptanz ihres Stückes hoch zufrieden. Mehrfach ausverkauft waren die Aufführungen des Stücks in der KulturSchmiede Arnsberg. Und auch wenn die Situation der Flüchtlinge in Arnsberg heute schon wieder oft eine andere ist, als noch im Herbst des letzten Jahres, hat das Stück nichts an seiner Aktualität verloren. Weil sich die politischen Rahmenbedingungen aber stets ändern, hat sich auch das Stück dynamisch entwickelt. Es ist unklar, wie lange „Wintergarten“ noch so aufgeführt werden könne, heißt es aus dem Organisationsteam. 

So werden auch in der Wiederholung der Aufführung die bedrückenden Foto-Vergleiche aus den Metropolen Syriens mit der traurigen Musik einen Eindruck von der hoffnungslos scheinenden Situation in den Heimatländern vieler Flüchtlinge zeigen. 23 motivierte Akteure auf der Bühne spielen aber im Stück „Wintergarten“, wie sie versuchen, in Deutschland ganz normale Bürger zu werden und auf welche Schwierigkeiten sie dabei in der Gesellschaft stoßen. Und dabei hat sich für einige der Schauspieler die Situation im Vergleich mit November schon geändert – einige leben heute zum Beispiel in einer eigenen Wohnung. 

Die Geschichten der Menschen, die auf der Bühne der KulturSchmiede stehen, sind die Geschichten von Menschen, die in Deutschland das Befremden gegenüber dem Fremden tagtäglich erleben oder zumindest erlebt haben. Dabei sind es nicht nur die überzeugenden Dialoge zwischen den Flüchtlingen und den zwischen den Deutschen, die Eindruck hinterlassen: Auch die Live-Musik auf der Bühne verfehlt ihre Wirkung auf die Zuschauer nicht. 

Über 90 Minuten sind die Zuschauer des Wintergartens eingeladen, den verschiedenen Gefühlswelten der in Deutschland aufeinander prallenden Kulturen zu folgen. Schon für Ende der kommenden Woche hat das Ensemble von „Wintergarten“ eine Einladung zur Aufführung ihres Stückes in einem Paderborner Gymnasium. Und weitere Aufführungen sollen noch folgen...