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Wohin führt die Mobilität von Morgen? 4. Energieforum Arnsberg bietet elektrisierenden Blick in die Zukunft

Was bewegt die Welt von morgen? Mit welchem Antrieb soll es in die Zukunft gehen? Das waren die Kernfragen des 4. Energieforums Arnsberg, das im "Campus" der Stadtwerke Arnsberg unter dem Titel "Die Mobilität von morgen" stattfand. Stadtwerke-Geschäftsführer Karlheinz Weißer konnte dazu interessierte Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Unternehmen der Stadt begrüßen, die spannende Vorträge von Fachleuten rund um Elektromobilität hörten...

Arnsberg. Wie ist es um die Zukunft der Mobilität bestellt? Dieser Frage widmete sich jetzt das 4. Energieforum der Stadt Arnsberg, das am Mittwochabend im Campus der Stadtwerke Arnsberg stattfand. Rund 40 Besucher ließen sich dabei von Experten aus verschiedenen Themenbereichen rund um Mobilität und Verkehr informieren. 

Mit der Begrüßung der Referenten und Gäste, unter ihnen auch einige Lokalpolitiker und Unternehmer aus der Stadt Arnsberg, machte der Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg, Karlheinz Weißer, seine Position vorab deutlich: „Es geht hierbei nicht nur um einen Austausch vom Benzinmotor zum Elektroantrieb“, so Weißer, viel stärker noch stehe auch ein neues Lebensgefühl bei der Mobilität von Morgen im Mittelpunkt. Karlheinz Weißer verwies einleitend auch auf die errechneten wirtschaftlichen Belastungen von zu viel Verkehr – z.B. durch Stau. So verursachten die jährlichen Staus einen finanziellen Schaden von rund 180 Millionen Euro und rauben den Menschen im Stau etwa 111 Stunden ihrer Zeit. Bis zum Jahr 2030 werde noch eine Steigerung erwartet und in vielen Ländern bereits nach Lösungen dafür gesucht. 

Staus belasten die Wirtschaft und klauen Zeit 

Mit Blick auf den Schwerpunkt E-Mobilität des Energieforums 2017 wies der Geschäftsführer auf bereits vorliegende innovative Ideen zur Unterstützung. So könnten Elektro-Speicher-Systeme auch als Absicherung für stabile Stromnetze genutzt werden. „Jeder kann etwas zur Mobilität beitragen“, so Weißer weiter. Am Campus der Stadtwerke biete man deshalb eine Netzwerkplattform an, die mit Fachkooperationspartnern arbeite. „Wir freuen uns aber über jede Idee, die uns in der Sache weiterbringt“, munterte Weißer alle zum Mitmachen auf. 

Auf Initiative der Stadtwerke Arnsberg sind bereits einige Ladestationen in der Stadt aufgestellt worden, zuletzt auf dem Gelände der Stadtwerke im Niedereimerfeld. Insgesamt wollen die Stadtwerke aber mit Unterstützung des Arnsberger Tankstellenbetreibers „Grüne“ zehn Ladestationen bis Ende 2017 in der Stadt errichtet haben. Karlheinz Weißer hob hervor, dass er die Aufgabe der Stadtwerke vor allem darin sehe, Aufklärung und Motivation zum Thema zu betreiben und bei den Menschen die Neugier dafür zu wecken. 

Neugier für E-Mobilität wecken 

Einen praktischen Ausblick dazu gab Dr. Dominik Freund von der Fa. „wallbe“, die bundesweit die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität verbreitet. Sehr zur Überraschung seiner Zuhörer konnte er berichten, dass es schon in den 1920-er Jahren erste Versuche mit Elektro-Antrieb in Deutschland gegeben habe. Derzeit, so Freund, stehe Deutschland aber nur auf Rang 10 einer Auflistung zur E-Mobilität, an deren Spitze Norwegen und die Niederlande liegen. Freund zeigte auf, dass im Vergleich zu 500.000 (2016) zugelassenen E-Autos in China, die Entwicklung in Deutschland (20.000 E- und Hybrid-Autos) nur sehr langsam vorangehe. 

„Es sprechen bereits verschiedene Erfolgsfaktoren für die E-Mobilität“, so Dr. Freund weiter. So hätten sich die Reichweite vergrößert, der Anschaffungspreis verringert und die Ladezeiten verkürzt. Freund wies auf Angaben der Autohersteller, die schon heute mit Reichweiten von 400 bis 500 Kilometer werben. Als entscheidend für die Reichweite nannte Freund aber auch eine Zunahme der Ladepunkte in Deutschland. Im Jahr 2016 habe es hier 3.000 neue AC-Ladestellen (Wechselstrom) und 110 DC-Ladepunkte (Gleichstrom) gegeben. Zudem funktioniere deutschlandweit bereits eine App auf dem Smartphone, mit der das Bezahlen an verschiedenen Stationen vereinheitlicht worden sei. Offenlassen musste Freund aber die Frage einiger Gäste, warum das Bezahlen einer E-Ladung nicht mit EC- oder anderen Karten möglich sei wie an normalen Tankstellen auch. 

Zunahme der Ladepunkte erwartet 

Als ganz wichtig für die Beurteilung der Reichweite hob Freund eine neue Form der Berechnung hervor: Es gelte nicht mehr nur der Aspekt des Vollladens, sondern vielmehr der des Nachladens. Heutige E-Autos könnten schon nach relativ kurzer Zeit (1,5 bis 2 Stunden) einen großen Teil an Kapazität erlangen und wieder fahren. Dazu kämen auch neue Ideen zum Ladevorgang in Zukunft – so werde bereits an induktiven Möglichkeiten des Ladens geforscht. 

Für die Zukunft konnte Freund den Zuhörern im Campus Hoffnung machen: Der Preis für die Anschaffung eines E-Autos werde weiter fallen und stehe im direkten Zusammenhang mit der Verbreitung dieses Antriebes. Nicht zuletzt spiele der Umweltaspekt auch eine große Rolle. So könne der Blick auf drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge die Akzeptanz von E-Mobilität befördern. In China habe man schon begonnen, E-Antriebe dadurch zu fördern, dass diese eine sofortige Zulassung für die Straße bekommen. 

Gute Aussichten für E-Mobilität in Zukunft 

Sein Fazit: Sinkende Preis für E-Autos, eine zunehmende Zahl von Ladepunkten und eine Verlängerung der Reichweite stellten gute Aussichten für die E-Mobilität der Zukunft dar. 

Andere Aspekte der Mobilität in Zukunft warfen Jürgen Kramer (m3 Consulting & Engineering Gmbh; Bönen), Christoph Hillebrand (SKS metaplast Sundern) und Dr. Nico Marke (B.A.U.M. Consult GmbH Hamm) auf. Sie beleuchteten die Einsparmöglichkeiten bei der Nutzung von E-Gabelstaplern im Vergleich zu diesel- oder gasangetriebenen Fahrzeugen oder stellten das Modell des Job-Rads mit Elektroantrieb vor, das in Sundern von der Firma SKS unterstützt wird. Auch die Chancen und Herausforderungen für das Fuhrparkmanagement mit E-Autos von Betrieben vor dem Hintergrund von Kosten sowie logistischen Aspekten wurden beleuchtet.

Karlheinz Weißer von den Stadtwerken und Sebastian Witte von der Zukunftsagentur der Stadt Arnsberg hatten die Besucher des Energieforums im Anschluss zum praktischen Netzwerken im Gespräch und bei einem Imbiss eingeladen.